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Surf

Welche Art von Surfboard sollte ich wählen?

Marina Mantolan
January 14, 2026
3 min read
longboard

Lasst uns über Surfboards sprechen: Ein Leitfaden für Anfänger, um dein Board zu verstehen und das richtige auszuwählen

Der Einstieg ins Surfen kann sich überwältigend anfühlen. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Zwischen all den verschiedenen Surfboards, den Ratschlägen von anderen Surfern und Marken, die scheinbar die perfekte Fahrt versprechen, ist es schwer zu wissen, wo man anfangen soll. Aber in den Jahren meiner Arbeit bei Surf Spirit als Fotograf und durch meine Teilnahme an Surfstunden habe ich etwas Wichtiges gelernt: Der Schlüssel, um besser zu werden, ist die Wahl des richtigen Boards, das zu deinem Können und zu den Wellenbedingungen passt.

Ich habe alles gesehen: viele Surfer steigen viel zu früh auf kleinere Boards um, weil sie denken, dass sie nur so Fortschritte machen. Am Ende sind sie frustriert. Die Wahrheit ist, bei Surfboards geht es nicht darum, cool auszusehen, sondern darum, dich in deinem eigenen Tempo voranzubringen. Der erste Schritt ist, die Theorie hinter den Boards zu verstehen. Durch meine Arbeit und meine eigene Surf-Reise kenne ich mich damit inzwischen ziemlich gut aus.

Wenn ich Fotos von all den Surfern mache, die Wellen reiten, sehe ich auch, wie viele ihr Board zu schnell wechseln, besonders hin zu kleineren Boards. Ich habe unzählige Anfänger und fortgeschrittene Anfänger dabei beobachtet, wie sie damit kämpfen, weil sie einfach noch nicht bereit für so eine drastische Veränderung sind. Genau deshalb möchte ich die Dinge etwas aufschlüsseln und ein paar einfache Tipps teilen, wie du das richtige Surfboard für dich auswählst – basierend auf deinem Surflevel und den Wellen, die du surfst.

Longboarding

Die Grundlagen eines Surfboards: Was du wissen solltest

Bevor wir uns mit den verschiedenen Arten von Surfboards beschäftigen, ist es wichtig, die Grundlagen zu verstehen. Egal ob du bei Surf Spirit an einem unserer Surf- & Yoga-Retreats teilnimmst oder einfach alleine besser werden möchtest, zu wissen, woraus ein Surfboard besteht, wird dein Surferlebnis deutlich verbessern.

Ein Surfboard ist nicht einfach nur ein Stück Schaum, sondern wurde gezielt dafür entwickelt, unter bestimmten Bedingungen optimal zu funktionieren. Hier ist eine Übersicht über die wichtigsten Bestandteile eines Surfboards und wie jeder einzelne davon dein Fahrgefühl beeinflusst:

Der Aufbau eines Surfboards

Nose: Die Spitze des Boards, sie kann spitz oder rund sein. Die Form der Nose beeinflusst, wie das Board durch die Wellen schneidet.
Tail: Das Ende des Boards, es bestimmt, wie gut du drehen und manövrieren kannst.
Rocker: Die Krümmung von der Nose bis zum Tail. Ein Board mit mehr Rocker gleitet besser über die Wellen, während ein flacheres Board mehr Geschwindigkeit bietet.
Fins: Sie befinden sich an der Unterseite des Boards und sorgen für Stabilität und Kontrolle beim Drehen.
Deck: Die Oberseite des Boards, auf der du stehst. Dieser Bereich beeinflusst, wie stabil du dich beim Paddeln und beim Anpaddeln der Wellen fühlst.
Bottom Shape: Die Form der Unterseite des Boards. Sie beeinflusst die Geschwindigkeit und Wendigkeit des Boards auf der Welle.

Jedes dieser Merkmale spielt eine Rolle dabei, wie sich ein Board verhält. Das zu verstehen ist entscheidend, um die richtige Wahl zu treffen.

Arten von Surfboards und wie du das richtige auswählst

Es gibt viele verschiedene Surfboard-Formen und Varianten, die jeweils für bestimmte Wellenbedingungen und unterschiedliche Level entwickelt wurden. Das ist keine vollständige Liste, aber ein sehr guter Einstieg. Wenn du die Grundlagen der einzelnen Boardtypen verstehst, kannst du eine fundierte Entscheidung treffen, welches Board dich auf deinem Surfweg am besten unterstützt.

Fish Surfboard
Länge: Unter 6 Fuß
Form: Breite Nose, Swallow Tail, flacher Rocker
Geeignet für: Kleine bis mittelgroße Wellen
Ideal für: Surfer, die Speed und Flow bei entspannten Bedingungen suchen

Fish Boards sind schnell und verspielt und eignen sich hervorragend für kleine, spaßige Wellen. Besonders beliebt sind sie bei fortgeschrittenen Surfern, die flüssigere Lines auf mellow Waves fahren möchten. Allerdings sehe ich immer wieder, dass Anfänger zu früh zu diesem Board greifen. Durch die kleinere Größe und den höheren Speed fehlt oft noch die nötige Kontrolle. Fish Boards funktionieren am besten, wenn du bereits Vertrauen und Technik aufgebaut hast. Als Anfänger solltest du zuerst den Fokus auf Stabilität legen.

Tipp: Welches Surfboard ist am besten für kleine Wellen?
Fish Boards sind perfekt für kleine Wellen und helfen dir, Speed und Turns kennenzulernen, sobald du bereit bist, dein Anfänger-Board hinter dir zu lassen.

Shortboard
Länge: 5–6,5 Fuß
Form: Spitze Nose und spitzes Tail, flacher Rocker
Geeignet für: Größere Wellen
Ideal für: Schnelle Manöver und enge Turns

Shortboards sind für fortgeschrittene Surfer konzipiert, die auf größeren Wellen schnelle, präzise Manöver fahren wollen. Sie sind sehr reaktionsfreudig und wendig, erfordern aber ein hohes Maß an Kontrolle. Es ist verlockend, zu früh auf ein Shortboard umzusteigen, vor allem wenn man andere Surfer beobachtet. Ohne eine solide Technik wird es jedoch schwerer, Wellen zu catchen und Fortschritte zu machen.

Tipp: Wann bin ich bereit für ein Shortboard?
Shortboards sind für Surfer geeignet, die die Grundlagen sicher beherrschen und mehr Performance und Geschwindigkeit suchen.

Gun Surfboard
Länge: Ab 7 Fuß
Form: Schmale, spitze Nose und Tail
Geeignet für: Große, kraftvolle Wellen
Ideal für: Sehr erfahrene Surfer

Gun Surfboards sind für Big Waves entwickelt, wie man sie zum Beispiel in Nazaré findet, einem der bekanntesten Big-Wave-Spots der Welt. Dieses Board ist jedoch nichts, worauf du dich bei Surf Spirit konzentrieren solltest. Unser Fokus liegt auf kleinen bis mittelgroßen Wellen und dem Aufbau solider Grundlagen. Guns sind nur für sehr erfahrene Surfer geeignet, die gezielt für extreme Bedingungen trainiert haben. Für die meisten von uns sind sie schlicht zu extrem.

Tipp: Sollte ich Big Waves surfen?
Big Wave Surfen ist nur für eine sehr kleine Gruppe hochqualifizierter Profis geeignet, die jahrelang für solche Bedingungen trainiert haben.

Funboard und Evolution Board
Länge: 7–8 Fuß
Form: Breite Nose, entspannter Rocker
Geeignet für: Anfänger und fortgeschrittene Anfänger
Ideal für: Stabilität, leichtes Paddeln und fehlerverzeihende Rides

Funboards sind ideal für Anfänger und Intermediates. Ich habe viele neue Surfer auf diesen Boards fotografiert und kann aus Erfahrung sagen: Sie bieten die perfekte Balance aus Stabilität und Wendigkeit. Sie sind leicht zu paddeln, sehr verzeihend und machen es deutlich einfacher, Wellen zu erwischen.

Wenn du merkst, dass du mehr Performance willst, sind Evolution Boards der nächste logische Schritt. Sie bieten die Stabilität eines Funboards, reagieren aber deutlich direkter. Sie liegen zwischen Shortboard und Mini Malibu und haben ein stabiles Vorderteil sowie ein wendigeres Heck, mit dem du schneller Turns lernen kannst.

Tipp: Was ist der Unterschied zwischen einem Funboard und einem Evolution Board?
Evolution Boards verbinden die Stabilität eines Funboards mit mehr Reaktionsfreude und sind perfekt für Surfer, die sich weiterentwickeln möchten.

Longboard
Länge: Ca. 2,5 Meter (8–9 Fuß)
Form: Breite Nose, viel Volumen
Geeignet für: Anfänger mit Grundkenntnissen, mit Vorsicht
Ideal für: Entspanntes, flüssiges Surfen

Longboards gelten oft als einsteigerfreundlich, da sie groß und stabil sind und das Wellenfangen erleichtern. Viele Anfänger fühlen sich davon angezogen. Dennoch gibt es wichtige Punkte zu beachten. Durch ihre Länge von über 2 Metern können Longboards schwer zu kontrollieren sein. Wenn du noch keine sicheren Turns fährst oder Probleme mit der Positionierung auf dem Board hast, kann das schnell gefährlich werden.

Zudem sind Longboards für fortgeschrittene Techniken wie Cross-Stepping und Nose Riding gedacht, die eine solide Basis erfordern. Diese Techniken lernst du am besten, nachdem du dein Board-Handling auf einem Funboard gefestigt hast. Dort kannst du Turns, Kontrolle und Manöver sicher entwickeln.

Aus Sicherheitsgründen empfehle ich, zuerst die Grundlagen auf einem Funboard zu lernen. Sobald du dich beim Paddeln und Drehen sicher fühlst, kannst du dich an ein Longboard herantasten. Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen.

Tipp: Ist ein Longboard gut für Anfänger?

Longboards sind stabil und ideal für entspanntes Cruisen, erfordern aber mehr Kontrolle. Starte lieber mit einem Funboard, baue deine Skills auf und wechsle später zum Longboard, wenn du bereit für fortgeschrittene Techniken bist.

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